SOCIALDESIGN

SOCIAL DESIGN Portfolio

CREATING NEBOURHOODS TOGETHER 2022-25

Horizon-EU, New European Bauhaus; Team Member of Transition Hub, responsible for Co-Creation and Inclusion of Artists and Creatives

Als Community Managerin bei HM:UniverCity, dem Innovationsnetzwerk der Hochschule München, war ich gemeinsam mit meinem Team, dem Transition Hub, verantwortlich für den Aufbau und die Pflege ko-kreativer Communities innerhalb der Living Labs des Projekts.

Ich entwickelte Strategien für Multi-Stakeholder-Mappings, Community Building, inklusive und iterative Designprozesse und fungierte als Verbindungsperson zwischen den Bewohner:innen Neuperlachs, den Studierenden der Hochschule München und UnternehmerTUM. Dadurch konnte ich umfassende Erfahrung in der Steuerung kollaborativer Prozesse zwischen unterschiedlichen gesellschaftlichen Akteuren sammeln.

Ein besonderer Schwerpunkt meiner Arbeit lag darauf, Wissenschaft und Zivilgesellschaft über künstlerische und kreative Ansätze miteinander zu verknüpfen, um konkrete Umsetzungen und Demonstratoren zu ermöglichen. Neben der operativen Arbeit war ich zudem Co-Autorin und Gestalterin von drei Deliverables („Mapping Databases“, nicht-öffentlich, und den beiden Handbüchern „Hacking NPL – studentische Formate in der Stadtentwicklung“ und „Co-Creation in Urban Development“).


CO-CREATION IN URBAN DEVELOPMENT

Horizon-EU Deliverable DEL2.2&2.5 Projekt „Creating NEBourhoods Together“ (koordiniert von der Landeshauptstadt München)

Co-Creation Handbuch: Wie steuert man komple-xe, ko-kreative Prozesse?


Im Rahmen des NEBourhoods – New European Bau-haus Lighthouse Project habe ich mit meinen Kolleg:innen von HM:UniverCity in München-Neu-perlach gemeinsam mit lokalen Communities und über Sektorengrenzen hinweg Co-Creation-Pro-zesse erprobt.
Das daraus entstandene Handbuch Co-Creation in Urban Development bündelt zentrale Erkenntnisse, Methoden und Werkzeuge für nachhaltige und in-klusive Stadtentwicklung – orientiert an den Wer-ten Beautiful, Sustainable, Together des New Eu-ropean Bauhaus. Es zeigt, warum Co-Creation heute essenziell ist, wie sich komplexe multi-stakeholder Prozesse steuern lassen und wie lokale Ideen und Ressourcen gezielt mit notwendigen strukturellen Veränderungen verknüpft werden können.
Das Handbuch richtet sich an Kommunen, Wissenschaft, Kreative und Zivilgesellschaft.
Für das Handbuch habe ich die Konzeption, Gestaltung sowie einen Teil der Texte verantwortet..


CITY NAILS

Bachelor Thesis an der Designfakultät (FK12) der Hochschule München bei Prof. Eileen Mandir

In Social-Design-Projekten habe ich oft erlebt, wie schwierig es ist, divers zusammengesetzte Gruppen zu beteiligen. Dadurch bleibt die Meinungsvielfalt begrenzt und der eigentliche Anspruch von Social Design gerät in den Hintergrund. Aus dem Versuch, Beteiligung neu zu denken, entstand City Nails – ein Pop-up-Nagelstudio als niedrigschwelliges Austauschformat für FLINTA*.

Nägelmachen ist eine sozial und kulturell verbreitete Praxis in unterschiedlichen sozioökonomischen Kontexten. Die Situation – zwei Personen sitzen sich gegenüber – schafft Nähe und begünstigt Dialog, was sie für partizipative Formate besonders interessant macht. Während Praktiken des „Sich-Zurecht-Machens“ in den 1960er-Jahren teils als patriarchal kritisiert wurden, gilt Nail-Art heute in feministischen und queeren Kontexten als emanzipatorisches, identitätsstiftendes Symbol. Das Projekt versteht sich als Versuch, abwertende Narrative gegenüber feminisierten Ästhetiken umzuschreiben und in Selbstermächtigung zu transformieren.

Das Pop-up-Studio „City Nails“ schafft einen offenen Raum für Begegnung. Am Wartetisch werden Besucherinnen von einer Beteiligungsexpertin empfangen. Während der Handvorbereitung findet mithilfe von Themenkarten ein qualitatives Tiefeninterview statt, das individuelle Wahrnehmungen des Stadtraums erfasst. Am Maniküretisch werden die Gespräche anschließend vertieft.


MAPPING HADERN

Auftrag durch das Stadtteilkulturzentrum Hadern Guardini90 (MVHS)

Bürgerschaftliches Engagement in Hadern aufspüren und stärken:

Ehrenamtliches Engagement erleidet oft Rückschläge, weil Verantwortliche ausscheiden, Ressourcen erschöpft sind, der Nachwuchs fehlt oder jüngere Zielgruppen nicht ausreichend angesprochen werden. Aus diesem Grund wurde das Pilotprojekt N·E·St der Stadt München in den Stadtteilen Hadern, Pasing-Obermenzing und Feldmoching/Hasenbergl ins Leben gerufen. Es fungiert innerhalb bestehender lokaler Strukturen als Koordinationsstelle zur Unterstützung des bürgerschaftlichen Engagements. Während die Förderung von organisiertem Ehrenamt oft möglich ist, da es gut sichtbar ist, stellt das Aufspüren „unsichtbarer“ bzw. noch nicht organisierter Ehrenamtsinitiativen eine größere Herausforderung dar. Im Projekt „Mapping Hadern“ (Jana Köstler mit Unterstützung von Lena-Maria Stupitzky) sollen sowohl bestehende als auch neue, unorganisierte Bewegungen im Bereich des bürgerschaftlichen Engagements identifiziert und erschlossen werden. Ein weiteres Ziel des Projekts ist die stärkere Vernetzung der Akteur:innen untereinander sowie die Erhöhung der Sichtbarkeit ihrer Vereine.


HANDBUCH AUFSUCHENDE KUNST- & KULTURARBEIT

Freies Projekt bei Prof. Ralph Buchner (Hochschule München)

Ich habe ein Jahr lang Kulturbunt Neuperlach eV., den Kulturverein Neuperlachs, bei ihrem Jahresprojekt Neuperlach2324 begleitet und ihre Arbeit in eine leicht verständliche Handbuchform verwandelt. Das Buch wurde am 27.11.24 vorgestellt (Auflage 150 St.). Kulturbunt Neuperlach eV. hat durch das Buch ihr Jahresprojekt beim Bayerischen Integrationspreis eingereicht und den ersten Platz erreicht.

Was ist Neuperlach2324? Inspiriert von verschiedenen Texten wiedie „Die Enkel von morgen“ (Keynes) hat Bahar Auer, Geschäftsleitung von Kulturbunt Neuperlach eV., mit Hilfe ihres Teams ein Konzept für den Kulturverein entwickelt, das sich 3 Säulen widmet: 1. In Ausstellungen, Performances und weiteren Formaten werden die „Grenzen des Wachstums“ thematisiert. 2. mithilfe Aufsuchender Kulturarbeit* werden die kulturellen Aktivitäten des Viertels gestärkt 3. einen Tag der Woche widmet sich das Team anderen Institutionen und Vereinen im Ort und unterstützt sie mit technischer und kultureller Expertise („Zeit-Schenken“). Im Buch werden die neu entstandenen Vernetzungen aufgezeigt, O-Töne aus dem Ort wiedergegeben, Forschungsergebnisse des Masterstudiengangs „Gesellschaftlicher Wandel und Teilhabe“ bei Prof. Ariane Sept aufbereitet und somit der Input, Output und Outcome solcher Projekte aufgezeigt.

Das Jahresprojekt Neuperlach2324 ist gefördert vom Kulturreferat München.


ECHORES

Jahresausstellung FK12 Hochschule München, Kollaboration mit Ian Jakab (Soundscape), ausgewählt für die Ausstellung Kunst und Klima von Green City eV.

Wie können wir mit vielfältigeren Stimmen in Kontakt treten? Nachdem ich das Buch „Das geheime Leben der Bäume“ von Peter Wohlleben gelesen hatte, wollte ich die lebendigen, sprudelnden Ökoakustiken, die in Bäumen und Pflanzen stattfinden, direkt aus dem Baum heraus erlebbar machen. Die Skulptur bewegt sich auf und ab; man kann sich darunter stellen und tiefer und tiefer in die Klangwelt des Baumes eintauchen, während sie nach unten sinkt, nur um seine:n Besucher:in bald danach wieder in die Umgebung freizugeben.

Echores bedeutet „Echoes from the core“ und ist eine Skulptur, die 3D-gestrickt und dann mit Stärke gehärtet wurde. Verschiedene Forschungsinstitute wie die Eidgenössische Forschungsanstalt WSL in Birmensdorf und die Albert-Ludwigs-Universität Freiburg forschen seit Jahren in diesem Bereich der „Ökoakustik“, um beispielsweise Veränderungen, die durch den Klimawandel verursacht werden, hörbar zu machen. Forschungen und Erkenntnisse dieser Art möchte ich mit dem Mittel der Kunst der Gesellschaft sichtbar und zugänglich machen. Die Kapsel ist mit der „Short-Row-Technik“ maschinengestrickt und mit Stärke gehärtet. Die Bewegung wird durch einen Arduino-hgesteuerten Motor und einen Seilzug möglich gemacht. Die Skulptur wurde auf der Jahresausstellung des Zeughauses 2024 ausgestellt und wurde im Februar 2025 für die Ausstellung Kunst und Klima von Green City eV. ausgewählt.

Ein großes Dankeschön an Ian Jakab, meinen Atelierpartner, der die Klanglandschaft mit mir erarbeitet hat.


ATELIERGEMEINSCHAFT NODEPRESSION ROOM

Websiteaufbau und Vorständin

Ich war 3 Jahre lang raumnutzendes Mitglied in der Ateliergemeinschaft NODEPRESSIONROOM und habe mich dort vielseitig engagiert:

• Veranstaltung und Konzeption von kulturellen Spendenveranstaltungen

• Konzeption und Aufbau der Website

• Vorstandposten im ersten Halbjahr 2025

Zu uns gehören die Schaufenster-Galerie in der Dachauer Straße 157 in München sowie die dahinter liegenden Räumlichkeiten, in denen sich unsere Atelierplätze befinden. Alle zwei Wochen finden bei uns Vernissagen von externen Künstler:innen statt. Zudem finden regelmäßig Kurse und Vorträge zu Themen aus der Kunst statt, die eine tolle Möglichkeit bieten, unseren Verein/Kollektiv und die Schaufenster-Galerie kennenzulernen.

Social Design signalisiert einen Paradigmenwechsel im herkömmlichen Designverständnis.

Es verkörpert die Überzeugung, dass die komplexen gesellschaftlichen Herausforderungen unserer Zeit nur durch eine kollaborative Anstrengung aller gesellschaftlichen Bereiche effektiv adressiert werden können – diese Herausforderungen sollen mit der Gesellschaft und nicht ausschließlich für sie gelöst werden. In meiner Funktion als Designerin erleichtere ich durch mein Engagement in Workshops, Prozessbegleitungen und Reallaboren die Bildung von Synergien zwischen unterschiedlichen Sektoren der Gesellschaft, um gemeinschaftliche Lösungswege zu entwickeln. Meine aktuelle Rolle als Community Managerin und Social Designerin bei HM:UniverCity, dem Innovationsnetzwerk der Hochschule München, ermöglicht es mir, dieses Credo in die Praxis umzusetzen. Ich bin überzeugt davon, dass Social Design essenziell dazu beiträgt, das Vertrauen in demokratische Prozesse zu stärken, die Selbstwirksamkeit des Individuums zu fördern und das gemeinschaftliche Zusammenleben zu intensivieren.

Die angewandten Methoden innerhalb unseres Netzwerkes umfassen inklusive Designprozesse, Stakeholder-Mapping und -Management, agiles Projektmanagement, Design Thinking sowie zielgerichtete Interventionen. Sowohl zeitlich begrenzte Workshops als auch kontinuierliche mehrjährige Begleitprozesse sind gleichermaßen wertvoll, um nachhaltige Wirkung zu entfalten.